Hawaiihemd, ist ein Original wichtig?!


Das Aloha Shirt, oder Hawaiihemd, ist ein Symbol für die Magie des Südpazifiks. Das Hemd ist Teil der Freizeitkultur, aber auch der Berufswelt. Gerade am Aloha Freitag tragen viele ein Hawaiihemd zur Arbeit, aber auch an vielen anderen Tagen, gehört das Hawaiihemd zur Arbeitsbekleidung.

Hawaiihemd - Kurze Geschichte

Mit Arbeitskleidung fing es auch Mitte des 19. Jahrhunderts an. In den 1840er Jahren tauchte das sogenannte Palaka auf, ein bunter Arbeitskittel. 

Das Wort Palaka ist eine Übersetzung ins Hawaiianische vom englischen Wort "frock" - die Bezeichnung für das locker sitzende, langärmlige Hemd der englischen und amerikanischen Matrosen, die nach Hawaii kamen. Über die Zeit entwickelte es sich zur Bezeichnung für die dicken, blau-weiss karierten, gewebten Baumwollhemden.

Besonders die Issei, japanische Einwanderer, fanden gefallen an dem Palakamaterial, da es sie an das Yukata, ein kimonoartiges Kleidungsstück, das sie in den Sommermonaten in ihrer Heimat getragen hatten, erinnerte.

Viele japanische und chinesische Arbeiter ließen sich bunte Stoffe aus der Heimat schicken. Die genaue Entstehungsgeschichte ist nicht ganz klar, doch war es Ellery J. Chun Anfang der 1930er Jahre, der kurzärmelige Hemden aus buntem Kimonostoff herstellte und als Aloha-Shirt, Hawaiihemd, verkaufte.

Das Hawaiihemd war sofort sehr gefragt und Mr. Chun ließ sich sogar den Begriff  "Aloha Shirt" schützen. Doch war er nicht der einzige Schneider, der sich auf das neue Hemd stürzte.

Arten und Muster von Hawaiihemden

Viele andere Geschäfte stellten das Hawaiihemd aus Baumwolle und Rohseide (Rayon) her. Für viele war das Hawaiihemd der Sehnsuchtstraum des unberührten Paradieses - ein freies Lebensgefühl voller Magie, Romantik und Ewigkeit. 

So wie heute waren viele Drucke floral und spiegelten die Vielfalt der Pflanzenwelt in Hawaii wieder. Von Hibiskusblüten, Orchideen, Regenschirmbaum und Rhododendron, Brotfrüchte bis zu wild ineinander verschlungenen Blättern. Hinzu kamen bald Früchte wie Ananas, Kokosnüsse und die Tierwelt, Meerestiere und Vögel. Man kann sagen, dass sich alles auf dem Hawaiihemd wiederfand. Ukulelen, Ruderboote, Segelboote, Fischernetze, Autos sowie Hula-Mädchen, Surferboys und vor allem Landschaftsmotive, von Sonnenuntergängen, Vulkanen bis hin zu Feldarbeiten. 
Für die Fertigung des Hawaiihemds werden mittlerweile verschiedenen Stoffe wie Seide, Rohseide, Baumwolle, Baumwollmischgewebe und Viskose verwendet. Doch das originale Hawaiihemd ist meist aus Rayon (Kunstseide), was vor allem in der Arbeitswelt und abendlicher Kleidung zu finden ist, und die bunten Baumwollhemden, die vor allem lebenslustige Freude ausstrahlen.

Aloha State - Champagne der Hawaiihemden

Hawaiihemden werden als echt anerkannt, die auch tatsächlich im Aloha State gefertigt werden. Dies wurde Anfang der 1960er Jahre in der Handelskammer von Hawaii beschlossen. Außerdem waren wichtigen Merkmale ausschlaggebend. Ein gerader Saum als Abschluss, Knöpfe aus Kokosnussschalen, und die Tasche des Hawaiihemds darf das Muster nicht unterbrechen. Auch bestimmte Etiketten und die Druckqualität zeichnen das Aloha-Shirt aus. 

Auf Hawaii ist das Aloha-Shirt bereits in der Freizeit, als festliche Oberbekleidung und in der Arbeitswelt komplett akzeptiert.  

Es gibt viele Berühmtheiten, die das Tragen des Hawaiihemdes salonfähig gemacht haben. Der Vater des modernen Wellenreitens, Duke Kahanamoku, machte als erster das Hemd weltweit bekannt. Künstler wie Bing Crosby, Frank Sinatra und Elvis Presley waren Fans und haben Aloha mit dem Hemd verbreitet. In Deutschland kann man wohl vor allem Tom Selleck als Magnum P.I. der gleichnamigen TV-Serie für den großen Bekanntheitsgrad danken. Jürgen von der Lippe ist ein deutscher Vorreiter des Hawaiihemds.

Es gibt viele Plagiate, doch um die wahre Magie des Hawaiihemdes zu geniessen, muss es ein Original Hawaiihemd sein. Das Lebensgefühl und Aloha, das man gewinnt, ist "schlicht" der Traum von Hawaii.